Fundstücke aus aller Welt. Alles, was man so liest, sieht oder findet, wird hier aufgeschnappt und verarbeitet. Viel Spaß beim Mitverfolgen!
Zum Thema „welt“
Jan 7, 2009 · 0 Kommentare · welt | Gelesen, gesehen, gefunden
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Zum Thema „menschen“
Jan 7, 2009 · 0 Kommentare · menschen | Ein perfekter Tag
Was machen Menschen den ganzen Tag lang, wenn sie frei haben, genießen und Lieblingsplätze besuchen? Ein perfekter Tag zeigt’s. Viel Spaß!
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Zum Thema „essen“
Jan 3, 2009 · 0 Kommentare · essen | Neues, Heiteres, Lifestyle
Alles dreht sich hier ums Essen und was man daraus macht. Kuriose Geschichten, Trends & Infos – hier hat alles einen Platz. Ich wünsche viel Spaß beim Lesen und Kommentieren!
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Pardon, Sie sitzen da auf meinem Stuhl!
Feb 16, 2009 · 0 Kommentare · welt | Gelesen, gesehen, gefunden
So oder ähnlich kann einem das im Antik-Café in Lensahn passieren. Im alten Doktorhaus in Ostholstein serviert Familie Schinn Selbstgebackenes im romantischen Ambiente. Und bis auf ein paar Raritäten, von denen Herr Schinn sich nicht trennen mag, können alle Möbel, Service und Antiquitäten käuflich erworben werden. An der Kuchentafel kann also schon einmal ausgiebig Probe gesessen werden. Besonders schön sind die Lampen-Unikate im Jugendstil und Art Deco.
Ich finde, ein tolles Beispiel der Verkaufsförderung!
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Zu Tisch in …
Jan 21, 2009 · 0 Kommentare · welt | Gelesen, gesehen, gefunden
Die halbstündige ARTE-Serie “Zu Tisch in…” (Cuisine des terroirs) halte ich für eine der besten “Kochsendungen”, die es seit 2001 gibt. (Leider habe ich bisher viel zu wenige Folgen gesehen, gibt es aber wohl auf DVD.) Auf sehr subtile Art und Weise wird einem ein Einblick in den Alltag fremder Menschen gewährt. Sie stehen für ihre Landeskultur und -küche. Man erfährt eine Menge über die Erzeugung und Herkunft der verwendeten Produkte.
Besonders gut gefiel mir die Sendung zu Lappland und die Beobachtung einer modernen samischen Familie. Die Samen oder Sami sind eine Volksgruppe, die u.a. in Lappland (Schweden) zu Hause sind. Die ehemaligen Nomaden sind heute noch Rentierzüchter und Hirten wie die Familie von Gudrun Kuhmunen und Nils Erik Poidnak, die in dem Portrait vorgestellt wird. Während sich der Vater und die Söhne um die Zucht und das Schlachten der Rentiere kümmern, macht sich die Familienmutter in der regionalen Politik für die Sami stark. Obwohl der Schlitten längst gegen das hypermoderne Schneemobil ausgetauscht und die traditionelle Tracht wasserdichter Funktionsbekleidung gewichen ist, pflegt die Familie einen bewussten Umgang mit ihren Bräuchen, die auch schon sehr früh an den Nachwuchs weiter gegeben werden. Zudem hat jeder Sami ein Messer und kann damit umgehen.
Im einzig samischen Kindergarten Schwedens werden die Kleinen bereits im Alter von ca. 3 Jahren spielerisch erzogen, mit einem scharfen Messer (zum Häuten und Ausweiden von Tieren) umzugehen. Die Klingen sind sehr scharf und lang. Dort, wo in unseren deutschen Krabbelgruppen Bauklötze liegen, sieht man abgezogene Rentierköpfe. Erstaunlicherweise hat keines der Kinder sichtbar Angst oder hat sich schon einmal verletzt. Ich persönlich finde das eine höchst interessante, frühkindliche Erziehung, die durch unseren kulturellen Background hierzulande wenig denkbar noch nützlich wäre. (Dafür gibt es in Deutschland aber Kochmesser für Kinder ab 5 Jahren, die den Umgang mit Nahrung erlernen sollen. Link für Interessierte)
Ebenso fasziniert bin ich dann auch, dass Vater Eric und der älteste Sohn innerhalb von einer halben Stunde ein Rentier fangen, töten (das Tier blutet nach innen aus), häuten, ausweiden, alles – sogar das Blut – auffangen und nach Hause zur kulinarischen Verwertung bringen. Heraus kommt ein makelloses Fell am Stück. (… und da dachte ich noch: Ach so kommen die Felle bei IKEA säuberlich auf einen Haufen und erkenne, wie anders das alles ist als in den Supermarkt um die Ecke zu gehen.) Die Samen verwerten alles, was ein geschlachtetes Tier hergibt. Aus dem frischen Blut werden Küchlein gemacht, die in der heißen Brühe stocken, in der bereits andere gute Teile des Rentieres gar ziehen. Das Essen der Samen ist stark vom Fleisch geprägt, denn jenseits des Polarkreises wächst außer ein paar Knollen Kartoffeln, Möhren oder Moltebeeren kaum etwas. Den Jungs in der Familie schmeckt der getrocknete Elchschinken und das selbstgebackene Brot zum Frühstück deutlich. Und zur fleischlastigen Rentier-Bolognese wird lediglich ein Kleks Ketchup hinzugefügt. Ein wenig Junkfood muss ja doch mal sein.
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In Berlin
Jan 19, 2009 · 0 Kommentare · menschen | Ein perfekter Tag
Im Interview mit der Taysteee-Betreiberin Sonja Miehlke (34 J., Designerin)
Was macht für dich “ein perfekter Tag” aus?
Idealerweise hab ich gut und mehr als acht Stunden geschlafen. Am besten habe ich keinen Plan und lasse mich überraschen.
Findet der perfekte Tag an einem bestimmten Ort statt?
Prinzipiell nein. Der kann zu Hause sein. Ich lese den ganzen Tag ein gutes Buch oder koche etwas Feines. Der kann aber auch in einer interessanten Stadt sein, die mich inspiriert!
Hier geht es um Berlin? Warum nicht Köln, deinen Wohnort?
Das liegt daran, dass Berlin eine Stadt im ständigen Wandel ist. Ich habe dort eine sehr gute Freundin, die ich selten sehe. Deswegen freue ich mich von Zeit zu Zeit mal wieder in die Hauptstadt zu reisen, die immer wieder “neu” ist, wenn ich da bin. Dieses Mal waren wir zu vier Mädels und hatten ein ganzes Wochenende Zeit.
Vier Frauen in Berlin! Da gibt es bestimmt eine Menge zu tun?
Allerdings. Und das bedeutet nicht nur shoppen!
Da es eigentlich drei perfekte Tage waren, greife ich die Highlights mal raus.
Ein “Trimm Dich”-Frühstück im “Keyser Soze” (link zum Gastro Portal)
Das war eine leckere Kombination aus Joghurt, Obstsalat, Toast und Avocadocreme plus Latte Macchiato und Croissant. Eine gute Stärkung vor der Entdeckungstour.
Besondere Eckpunkte und Läden waren dieses Mal:
Galerie Deschler
Eine Ausstellung von Jay Mark Johnson, Swept Away
Hier wurde uns ausführlich erklärt, wie durch ein aufwendiges Kameraverfahren Pixelstreifen für Pixelstreifen aufgenommen wird, um ruhende Objekte in Bewegungsstreifen zu verwandeln und bewegte Objekte zu fixieren.
five monkeys
Hier kann man sich wohl den ganzen Tag aufhalten, wenn man Taschen für jede Gelegenheit sucht. Es gibt großzügige Rabatte im Schlussverkauf, eine individuelle Beratung und sogar einen Friseur. Der könnte allerdings etwas deutlicher in Erscheinung treten, damit man’s auch von außen merkt!
Maxim Gorki Theater
Bei einem Spaziergang Unter den Linden kommt man an diesem wunderbaren kleinen Palais-Theater vorbei, das ein gutes Programm mit renommierten, jungen Schauspielern bietet.
Café Einstein (link zum Gastro Portal)
Weiter Richtung Brandenburger Tor kommt der Café-Klassiker. Ist nicht günstig, hat aber sehr gute Kaffee-Spezialitäten, und das Rinderkraftsüppchen wird frisch am Tisch aufgegossen. Man gönnt sich ja sonst nichts, kann man mal machen!
Die günstigere Suppe und Bio gibt’s bei “Gorilla” (link zum Gastro Portal), dort gegessen: Kürbis-Chili-Suppe!
do you read me?
Zurück in Mitte: Eine große Sammlung Magazine und Lektüre der Gegenwart. Großartig zum Stöbern, nicht nur für designaffine Menschen.
Zum abendlichen Abschluss war für mich die größte Überraschung:
Clärchens Ballhaus
Tanzen, Swingen und Essen mit allen Generationen und gemischtem Publikum. Kinder, Senioren, Promis, alles da! Tolle Live-Musik und tanzbare Schlager. Dazu günstiger Hauswein und riesige, saftige Pizzen. Toll!
Was möchtest du abschließend zu deinem perfekten Tag sagen?
Ich könnte noch eine Menge mehr Orte auflisten und Tipps geben. Berlin ist gigantisch vielfältig. Was mir aber dieses Mal auch sehr gut gefallen hat, war die hilfsbereite Art der Berliner. Das war nicht immer so. Der Garderobier in Clärchens Ballhaus sagte einfach, als eine meiner Freundinnen nicht sofort aus der Jacke kam: “Helf’ der Kleenen doch ma!” Und so isses wohl.
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Zu Hause gibt’s gelbe Soße
Jan 18, 2009 · 0 Kommentare · essen | Neues, Heiteres, Lifestyle
Wenn es um die Bezeichnung von Gerichten geht, sind wir wirklich kreativ. Manchmal kreativer als das Gericht selbst. So erinnere ich mich, dass meine Schwester und ich immer gerne Hühnchen mit gelber Soße aßen. Es handelte sich dabei um ganz normales Hühnerfrikassee, das eher beige als gelb aussah. Tatsache war aber, dass meine Mutter dieses Frikassee immer in einem knallgelben Emailletopf im typischen 70er Jahre-Design zubereitete. Ergo: Gelbe Soße. Meine Mutter hat auch bis heute Verbot, diesen Topf wegzuschmeißen, auch wenn man aus Mangel an Beschichtung gar nicht mehr darin kochen kann.
Ein anderes kreatives Beispiel aus unserer Gesellschaft: Nimmt man nur einmal das schlichteste aller Fastfood-Gerichte, nämlich “frittierte Kartoffelstäbchen”. Wie viele Bezeichnungen gibt allein die Kombination mit einer Sauce her? Erst einmal heißen diese Stäbchen umgangssprachlich nicht mal mehr Pommes Frites, sondern Pommes. Je nach Landstrich sogar nur Fritte oder wie man bei uns in Westfalen sagt: Eine Pommes, bitte! Das bezeichnet dann weniger den Singular, sondern erweist der Mutter aller Fastfood-Theken viel mehr einzigartigen Respekt. Hunger macht keinen Halt vor grammatikalischen Haarspaltereien.
Zur Saucenkombination bleibt zu sagen: Pommes mit Mayo(naise) sind eine Pommes mit Schlacke, Salbe oder Eiter (obwohl ich das auch nur einmal gehört habe, da wurde wohl selbst dem Besteller flau im Magen). Oder Pommes mit Mayo und Ketchup: Daraus machen wir liebevoll Pommes Schranke oder Pommes rot/weiß. Dem ist bestimmt noch einiges hinzuzufügen, wenn dann noch eine Currywurst etc. hinzukommt. Jeder hat da seine eigenen humorigen Favoriten.
Zugegebenermaßen liegt man damit aber nicht im Trend. Essen und besonders Kochen wird heutzutage sehr ernst genommen. Mit Essen spielt man nicht. Eigentlich schade, denn ich persönlich finde Würstchen im Schlafrock, arme Ritter oder verlorene Eier lautmalerische Meisterwerke. Das klingt nach Wirtschaftswunder und Heinz Erhardt-Filmen. Finde ich auch lustiger als Auberginen-Pastinaken-Timbale mit veloutiertem Trüffelschäumchen. Geschmackssache.
Besonders “komische” Gerichte werden in den vier Wänden der Familien kreiert. So machte ich in einer Familie Bekanntschaft mit der legendären “Bolo Knack”-Sauce, die man auf jeden Fall mit türkischem Fladenbrot und unheimlich viel Grillfleisch verzehren muss. Ich hab in der Zeit und in der Beziehung zu meinem damaligen Freund und seiner Familie zwar 5 - 10 Kilo zugenommen, aber auch jede Menge gelacht.
In einer anderen Familie – vorweg gesagt wirklich respektable Mitglieder des Bildungsbürgertums – kochte man gerne ein indonesisches Nationalgericht: Nasi Goreng. Die jüngere Tochter der Familie und meine damalig beste Freundin vertraute mir einmal hinter vorgehaltener Hand an, dass man familienintern dazu “Nazi Göring” sage. Ich solle das aber bloß niemandem jemals weitersagen. Hab ich nicht, ehrlich. Und ich hoffe, dass sie es mir hier an dieser Stelle verzeiht. Denn meiner Meinung nach hat Essen eine große Chance Brücken zu schlagen zwischen verschiedenen Kulturen. Und wenn ein asiatisches Gericht zur deutschen Vergangenheitsbewältigung beiträgt, kann ich persönlich daran nichts Verwerfliches sehen. Ganz im Gegenteil.
(Mit der zuletzt genannten Episode hoffe ich niemanden zu beleidigen oder ein schreckliches Kapitel Deutschlands zu verharmlosen.)
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Stefan Wiesner im Entlebuch
Jan 18, 2009 · 0 Kommentare · welt | Gelesen, gesehen, gefunden
Der Gault Millau verleiht dem “Rössli” in Escholzmatt im Entlebuch/Schweiz 17 Punkte, weil es nicht anders sein kann, und obwohl die außergewöhnliche Naturküche von Stefan Wiesner weltweit ihresgleichen sucht. Er wird der “Hexer” genannt, Heiler, Zauberer, Alchemist, weil er mit allen Zutaten, die das urwüchsige Entlebuch hergibt, kocht. Oft ist er alleine hoch zu Ross, aber auch mit seinem Hund zu Fuß in der zauberhaften Höhenlandschaft unterwegs und lässt sich durch die Natur zu neuen Kreationen inspirieren. Seine Rezepte sind einzigartig: Er kocht mit Holz, Steinen, Erde und Schnee. Stefan Wiesner ist kein Weg zu weit, um die perfekten Zutaten für seine Gerichte zu finden. Um der Gesundheit nicht zu schaden, sondern sie – wenn möglich – noch zu unterstützen, berät er sich regelmäßig mit einem ortsansässigen Drogisten.
Man kann ihn für einen Spinner halten, der sich mit derartig übersteigerter, gewollt moderner Küche wichtig tut. Man kann aber auch den besonnenen Familienvater sehen, der ein Unternehmen von seinen Eltern übernommen hat, das ihm die Existenz sichert, der gegen alle Widerstände im erzkonservativen Entlebuch eine Fangemeinde gefunden hat, der nicht den geraden Weg geht wie sein Bruder, der ein erfolgreiches Restaurant in Luzern betreibt.
Stefan Wiesner sagt von sich selbst, dass er wohl nicht der beste Geschäftsmann sei, weil er jemandem, der ihn um etwas bittet, solange gibt, bis er selbst nichts mehr hat. Dabei schaut er verschmitzt, schabt an einer Weide etwas Rinde ab und verstaut sie in seiner Freitag-Tasche. Er trägt eine goldene Feder an seiner Rapper-Mütze und sieht damit tatsächlich wie die moderne Variante eines Robin Hood aus. Die Weidenrinde schmecke leicht bitter und enthalte Salicinsäure, einen Stoff, der auch in Aspirin vorhanden sei, sagt er. Daraus mache er am Abend kleine Rouladen mit Kalbsfilet. Dann gebe es noch Heusuppe vom zweiten Schnitt (Ent) des Grases, das schmecke leichter. In einem Männer-Tratsch-Blättchen (Men’s Health) habe er von einem betörenden Parfum gelesen. Mit den angegebenen Inhaltsstoffen (Limettenblätter und Ingwer u.a.) wolle er die Suppe “parfümieren”.
Was Stefan Wiesner über das Kochen sagt, klingt bodenständig und sympathisch: Letztlich könne jeder nach Rezept kochen, aber der bessere Koch sei wohl der, der wisse, was noch fehle und wann Schluss sei, noch etwas mehr dazuzugeben. Wiesners Menüs sind einzigartig zusammengestellt und werden je nach Jahreszeit auch nur in der aktuellen Saison aufgetischt. Er ist ein umgänglicher Mensch in der Küche, protegiert die Jungen, die – genauso wie er – begeistert sind von der Natur und ihren Gaben. Er verrührt Holzkohle mit Senfsamen, mariniert Fleisch mit Ameisensäure, sticht Torf zum Räuchern von Würstchen, ja, er räuchert sogar Schnee unter freiem Himmel, um mit dem entstandenen Sud ein schmackhaftes Dessert zu kreieren. Seine Gerichte erzählen Geschichten aus dem Entlebuch.
Wer alle Elemente in homöopathischen Dosen genießen möchte, kann sich im “Rössli” sicher sein, ein kulinarisches Erlebnis für Geist & Seele zu finden. Besonders schön ist das Angebot, nach einem außergewöhnlichen Abend mit Familie Wiesner hoch oben in einem der Bergbauernhöfe zu übernachten. Beim morgendlichen Alpenpanorama können wir Städter uns dann wirklich wie im neu gewonnenen Paradies fühlen.
Gefunden und gesehen auf 3Sat “Der Hexer aus dem Entlebuch” http://www.dock.sf.tv. Weiterer Link: http://www.gasthofroessli.ch
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